Tipp 1: Bewusstsein schaffen über die eigenen Ziele

Was sind deine Ziele mit Bonsai? Was möchtest du investieren? - Aus eigener Erfahrung kann ich dir vorab bestätigen: Wenn dich das Bonsai Fieber packt, dann richtig!

Wohin deine Reise geht entscheidest am Ende du selbst.

 

Bonsai ist am Ende so viel mehr als eine Discounter- oder Möbelhaus-Pflanze, denn hauptsächlich sind die Bäume eigentlich Outdoors und gehören die meiste Zeit des Jahres ins Freie.

Bonsais aus Samen zu ziehen kann ein Jahrzehnt dauern und bei gutem Bonsai Rohmaterial sind preislich fast keine Grenzen gesetzt. Ausstellungen, Internet, Workshops, Fachhändler, Baumschulen...

Der richtige Weg ist es, sich vorab zu informieren und das tust du gerade.

Also viel Spaß, Erfolg und Geduld mit diesem weltbesten Hobby.

Tipp 2: Informationen beschaffen

Buchtipps: Vom Grundkurs zum Meister - Horst Stahl;

Bonsai Gestalten mit heimischen Gehölzen - Werner Busch und Achim Strecker

Zeitschriften: Die Bonsai Art gibts im Abo unter www.bonsai-art.com

Internet: Außerdem gibt es neben diversen Internetseiten auch Foren zum Thema Bonsai.

Hier empfiehlt es sich bei Fragen zu erst nach ähnlichen Themen zu suchen. Bei Gestaltungsfragen ist es hilfreich zu erst andere User zu beobachten und zu lesen, was die erfahreneren User schreiben. Jedes Forum hat in der Regel Einstiegsartikel um neuen Usern eine Orientierungshilfe zu bieten.

Empfehlenswert sind das Forum von der Bonsai Art www.bomsai-forum.de und ganz besonders das www.bonsai-fachforum.de . In beiden Foren findet ihr viele lehrreiche Fachbeiträge zum Thema Bonsai.

Tipp 3: Finger weg von Discouter- oder Möbelhaus-"Bonsai"

Meist sind genau das die Einsteigerbäume, die ihren Weg als Instinktkauf oder Geschenk zu uns gefunden haben und das ist auch ok.

Lösen wir uns von den pflegerischen Aspekten, die wir in unseren Pflegeanleitungen hier genauer erläutern, so kann man an diesen Bäumen nicht viel gestalten.

Meist sind sie in einer unnatürlichen "S-Form" herangezogen und haben an den jeweiligen Außenseiten gepfropfte Äste. Die Form ist dem chinesischen Stil Bankan nachempfunden worden, dem sie auf solch unnatürliche Weise schwer gerecht werden kann. In der ersten Zeit richtet sich daher unser Focus meist mehr auf die Wiederherstellung der Vitalität.

 

Tipp 4: Geschenkverbot für Bäume

Unter all den Einsteigertipps, die man online findet, kommt ein Tipp oft viel zu kurz: Das Geschenkverbot für Bäume. Zu aller erst ist es natürlich sehr schön, wenn man Freunde und Familie hat, die einen an besonderen Tagen im Jahr mit einem Geschenkt verzaubern möchten.

Nicht selten machen wir uns viele Gedanken darüber, was genau man verschenken kann. Ein bekanntes Hobby oder eine Vorliebe bietet da natürlich eine Steilvorlage. Warum also nicht einen Baum!?

- Nur ihr wisst nach welchen Kriterien ihr einen Baum auswählt, welche Sorte zu euch passt und wieviel Platz ihr habt.

Bevor sich also Euer Regal mit dem siebten oder achten subtropischen Baum in "S-Form" füllt, weist Eure Liebsten doch darauf hin, dass ihr Euch über einen Gutschein für einen Fachhändler besonders freuen würdet. Oder erstellt ein Liste mit wichtigem Werkzeug, das Euch noch fehlt.

Tipp 5: Richtiges Werkzeug hilft!

Der Gestaltungsdrang ist groß, also braucht ihr als Einsteiger auch gutes Werkzeug um euren Pflanzen eine bestmögliche Pflege zu bieten. Mit gutem Werkzeug habt ihr automatisch mehr Spaß. Dafür braucht ihr kein großes Set sondern erst mal:

- Konkavzange

- lange Schere

- Drahtzange

- Wurzelkralle

und japanische Wundknete

 

Details und Bilder zum Werkzeug findet ihr hier.

Tipp 6: Heimische Bäume

Dieser Tipp resultiert bereits aus vorangegangenen Tipps. Warum soll ich mich auf heimische Bäume spezialisieren? Das hat den einfachen Grund, dass die Bäume das Klima in unseren Breitengraden gewohnt sind. Somit stellen sich Überwinterung und Pflege deutlich einfacher dar. Außerdem bietet auch unsere heimische Flora jede menge tolle und interessante Pflanzen, die es lohnt zu kultivieren.

An dieser Stelle möchte ich Euch noch mal das Buch "Bonsai, Gestalten mit heimischen Gehölzen" von Werner Busch und Achim Strecker empfehlen, in dem ihr viele wertvolle Tipps bekommt.

Tipp 7: Workshops besuchen

Viele Bonsai Fachhändler bieten regelmäßig Basic Workshops an. Dort erlernt ihr die wichtigen Grundlagen, in dem ihr sie selber macht und anderen dabei über die Schulter gucken könnt. Die Kursgebühren sind meistens nicht all zu hoch und beinhalten sogar eine Pflanze.

Auch sehr erfahrene Bonsaianer besuchen weiterhin Workshops bei bekannten Gestaltern um sich und ihre Bäume stetig zu verbessern.

Ein weiterer Vorteil an solchen Kursen ist der Austausch mit Gleichgesinnten. Sich vor Ort auszutauschen und Bonsai live zu gestalten ist ein deutlicher Mehrwert. Zumal ihr in Foren, Fachzeitschriften und Büchern oft nur einen zweidimensionalen Eindruck der Bäume gewinnen könnt.

Also, nur Mut und für den nächsten Kurs anmelden.

Tipp 8: Ausstellungen besuchen

Auf vielen verschiedenen Ausstellungen habt ihr die Möglichkeit reife Bonsai zu sehen um ein Gefühl für Gestaltungen und Atmosphäre zu bekommen. Zwar listen wir hier einige Events, dennoch lohnt sich ein Blick in die große Suchmaschine. So gibt es neben den großen Ausstellungen auch viele unzählige Events bei Fachhändlern.

Generell punktet bei Ausstellungen wieder die Dreidimensionalität. Gestaltungen sind so zum Greifen nah und lassen uns Räume zur Inspiration.

Die Präsentationsweise (japanisch Kazari) ist ein weiterer wichtiger Teil von Bonsai. So gehört zu einem schönen, reifen Baum auch eine schöne Schale. Präsentiert wird meist auf einem Tisch mit einer Beistellpflanze und ggf. einem passenden Rollbild im Hintergrund.

Tipp 9: Nicht zu viel auf einmal machen!

Gerade zu Beginn unserer Bonsaikarriere haben wir noch keine all zu große Sammlung. Dementsprechend fokussieren wir all unser erlerntes Wissen auf einen Baum. Oft heißt es dann innerhalb von wenigen Tagen: Umtopfen, drahten, schneiden, düngen, neu drahten .... - während der Ficus in einem Büro vielleicht Jahre überlebt hätte, geht er bei uns trotz Superpflege ein.

Warum? Es ist einfach zu viel für den Baum!

Legt euch also am Anfang am besten ein paar günstige Übungspflanzen zu, an denen ihr das Drahten oder den Schnitt trainiert.

Diese Pflanzen könnt ihr natürlich weiter kultivieren oder auspflanzen und später gegen aussichtsreicheres Material ersetzen. Ihr werdet bestimmt etwas passendes finden.

Die Gestaltung eines guten Bonsais kann - je nach Ausgangsmaterial - sogar Jahrzente dauern.

Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden im Bonsai.

Tipp 10: Regelmäßig gießen

Viele Outdoors sterben im Winter nicht an Frost, sondern an Trockenheit. Zwar brauchen Eure Bäume nicht mehr so viel Wasser wie im Sommer - aber sie brauchen es. Deswegen sollen die Bäume im Winter auch möglichst windgeschützt stehen, um die Verdunstung zu minimieren.

Ansonsten gilt es noch zu klären:

Wie ist es um die Wasserversorgung bestellt, wenn ihr auf der Arbeit seid? Ist Eure Urlaubsvertretung zuverlässig oder muss sie noch aufs Bonsaigießen gecoacht werden? Kommt vielleicht sogar ein Bewässerungssystem (Gardena Microdrip) in Frage?

    

 

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