Im Gegensatz zu ihren großen Verwandten haben Bonsai platzbedingt nur wenig Möglichkeiten eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Es liegt also an uns, sie dabei zu unterstützen. Das machen wir durch Düngen.

Im Allgemeinen beginnt das Düngen mit dem Austrieb und endet gegen Ende September.

Wenn Pflanzen kränkeln, liegt das in der Regel nicht daran, dass zu wenig gedüngt wurden. Vielmehr gibt es ein Problem mit den Wurzeln. Da ist übermäßiges Düngen kontraproduktiv und somit besser zu unterlassen.

Deswegen düngen wir auch nicht direkt nach dem Umtopfen sondern warten ca. einen Monat ab. Würden wir direkt düngen, würden die frisch geschnittenen Wurzelspitzen verbrennen und wir hätten somit für das Ableben des Baumes gesorgt.

 

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten unsere Bäume zu düngen. Flüssig und fest. Während bei den Japanern traditionell eher mit festem, organischem Dünger gedüngt wird, gibt es bei uns in Europa Verfechter beider Lager. Sicher kann man auch beide Varianten kombinieren und zwischendurch mal wechseln um einseitiges Düngen zu vermeiden.

 

Flüssiger Dünger

Preis: unterschiedlich nach Größe; "Bonsai"-Dünger sind meist etwas teurer.

 

Das Düngeverhältnis wiird im N-P-K Verhältnis angegeben.

(N)-Stickstoff: Sorgt dafür, dass der Baum ordentlich durchtreibt, aber auch dafür, dass es große Blätter und Nadeln gibt.

(P)-Phosphor: Sorgt für Wurzelwachstum

(K)-Kalium: Fördert Blüte und Fruchtbildung und sorgt für gute Winterhärte

 

Für Pflanzen in der Entwicklung nehme ich zum Beispiel einen Dünger mit höherem Stickstoffanteil. Azaleendünger hat zum Beispiel ein Verhältnis von  8:3:4. Ihr braucht keinen extra Bonsai-Dünger. Der kostet meist genauso viel wie eine große Flasche Dünger im Discounter, die ebenfalls völlig ausreicht und ihren Zweck erfüllt. Wichtig: Haltet Euch an die Dosierungen, nehmt lieber mal etwas weniger, wenn Euer Substrat älter/dichter ist. Bei gutem, modernen Substrat laufen überflüssige Düngergaben mit dem Gießwasser ab und der Baum nimmt sich, was er braucht.

 

Organischer Dünger

Preis: 100gr ca 3,-€

Name: Biogold 5,5-6,5-3,5 oder Hanagokoro 5-5-2

 

Die beiden beliebtesten organischen Dünger sind Biogold und Hanagokoro. Ein Pallet kommt in etwa auf eine Fläche von 5x5cm. Die Nährstoffe werden stetig durch das Übergießen freigegeben. Wenn sich der Dünger zersetzt kann das zu Schimmel führen, was völlig normal ist und keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Der Pallet wird von Mikroorganismen zersetzt.

Es sieht nicht immer schön aus und kann eventuell von Vögeln geklaut werden. Die verirren sich nur nicht so häufig auf den Balkon.

 

Wenn ihr die Möglichkeit habt, ist es am besten, Eure Bäume mit Regenwasser zu gießen. Jetzt haben wir ja den Luxus, dass wir über sehr gutes Leitungswasser verfügen, allerdings hat das Leitungswasser meist einen hohen Kalkwert. Das nennt man dann "hart". Aber auch "weiches" Leitungswasser kann dazu führen, dass ihr auf Blättern, Substrat oder der Schalenkante weiße Kalkablagerungen bekommt.

Das sieht dann einfach nur nicht gut aus.

Durch das Leitungswasser reichern sich auch Kalk und Salze im Substrat an. Das bekommt Pflanzen wie Azaleen, die einen eher sauren Boden bevorzugen, nicht gut und sie verlieren an Vitalität. 

Diesen Effekt könnt ihr etwas entschärfen wenn ihr modernes Substrat nutzt, das es eine hohe Wasserdurchlässigkeit hat. Da werden überschüssige Mineralien beim Gießen ausgespült.

Jetzt hat natürlich nicht jeder von uns einen offenen Balkon oder kann die Regenrinne anzapfen - was gibt es also für Alternativen? Eine Möglichkeit wäre, bei Freunden oder Verwandten mit Garten einen Kanister zu füllen. Anschließend könnt ihr das Wasser 1:1 mit Leitungswasser strecken.

Eine andere Möglichkeit ist ein Aquarium. Ein kleines 60l Aquarium beschert Euch so, bei einem wöchentlichen Teilwasserwechsel, 25l feinstes Gießwasser. Damit lassen sich auch im Sommer längere Trockenperioden super überbrücken.

Ausgenommen der Sukkulenten, die längere Trockenperioden aushalten, mögen es wenig Bonsais, wenn das Substrat über einen längeren Zeitraum komplett austrocknet. Gerade im Sommer, wenn unsere Bonsai voll belaubt in der Sonne stehen, verbrauchen sie wirklich viel Wasser.

Es geht nicht darum oft zu gießen, sondern so viel, bis das Wasser unten aus den Löchern kommt. Kommt da nichts, ist es höchste Zeit umzutopfen um Staunässe und Wurzelfäule zu verhindern.

Trockenschäden quittiert der Baum umgehend mit dem Absterben einzelner Astareale oder vielleicht sogar mit gänzlichen Absterben.

Das Gießen ist also ein Basiselement der erfolgreichen Bonsaikultivierung. Habt ihr eine Urlaubsvertretung? Welche Ausrichtung hat Euer Balkon? Wieviel Wasser brauchen Eure Bäume? Lohnt sich vielleicht ein Bewässerungssystem (Empfehlung: Gardena Microdrip)?

 

Ballbrause

Kosten: 10,- Euro

Füllmenge: 250ml

 

Anwendung: Die Ballbrause gewährleistet ein sanftes Überbrausen der Bonsai, ohne das Substrat ausgespült wird. Das Ausspülen des Substrats wäre auch der Effekt wenn wir mit einer normalen Gießkanne unsere Bonsai wässern. Für unsere Indoorbonsais ist die Ballbrause ein geeignetes Instrument.

Der Nachteil der Ballbrause ist ihre Füllmenge mit 250ml. Wie oben bereits geschrieben, geht es darum den Baum nicht oft, sondern ausreichend zu gießen. Bei einer größeren Sammlung auf dem Balkon benötigt es also gewisse Zeit, bis wirklich alle Bäume ausreichend mit der Ballbrause erwischt wurden.

Bonsai - Gießkanne

Kosten: 10,- Euro

Füllmenge: 0,9l

 

Anwendung: Vorbild dieser Plastikgießkanne sind die japanischen Modelle, die komplett aus Kupfer ca 130,-€ kosten.

Sie erfüllt ihren Zweck und ermöglicht unsere Bonsai sanft zu überbrausen.

Für den Einstieg ist diese Gießkanne, mit dem vierfachen Fassungsvermögen der Ballbrause, durchaus empfehlenswert. Ihr habt die Möglichkeit das Kopfsieb aus dem Gummikopf zu holen um eventuelle Verunreinigungen zu säubern. Die entstehen beim Gießen mit Regenwasser unweigerlich.

Für die Wohnung ist dieses Modell allerdings nichts.

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